Beschreibung
Was für ein schlichter, archaischer, feinfühliger und gleichzeitig brutaler, roher Roman, der in den Highlands von Tasmanien spielt, zu einer Zeit ausserhalb der Zeit. Ein Puma – Dusk – versetzt die Menschen in Angst und Schrecken, ein Tier, dessen Habitat von den Menschen bedroht wird, der selbst ein Leben in Angst und Schrecken erlebt. Ein Kopfgeld soll die Farmer und Torfstecher von diesem Albtraum erlösen.
Hier beginnt die Geschichte der Zwillinge Iris und Floyd, Kinder verbrecherischer Outcasteltern, stigmatisiert, selbst gejagte. Sich das Kopfgeld beim Erlegen des Pumas zu holen lockt die beiden in die Berge.
Wie der 1989 in Launceston geborene Robbie Arnott die beiden Erzählstränge zu einer schlichtweg grandiosen Parabel auf das Menschsein, auf die Diskrepanz zwischen Würde und Demütigung, auf einen Roman, der mir schampar gut eingefahren ist, verwebt ist toll. Die Landschaftsbeschreibungen sind wie gemalt, die Menschen enorm sorgfältig gezeichnet.
Ich würde »Dusk« in einem Atemzug mit John Williams »Butcher’s crossing« und C Pam Zhangs »Wieviel von diesen Hügeln ist Gold«, nicht zu vergessen Callan Winks »Bärenzähne« nennen. Bücher, die nicht mehr sein wollen, als was sie sind: Grosses Kino.
